Von Granada geht’s mit dem Minibus nach Managua. Minibusse sind ein weitere interessantes Verkehrsmittel. Sie fahren immer vom selben Platz ab. Aber nicht zu bestimmten Zeiten, sondern wenn sie voll sind. In Managua geht’s mit dem Taxi weiter zum Flughafen. Unser Minibus-Schaffner hilft uns ungefragt, einen fairen Preis im Taxi zu erzielen. Der Flughafen ist ein relativ neuer Zweckbau, den man so auch in Europa finden kann. Allerdings gehen von dort nur die internationalen Flüge ab. Das Inlandsterminal ist eine unscheinbare Baracke direkt daneben. Es gibt nur eine Linie, die eine handvoll Ziele anfliegt. Alle warten im selben Raum. Die Zuordnung zum richtigen Flug erfolgt über die Farbe der Bordkarten. Dabei handelt es sich eher um Bordbretter, ca. 25x10cm große Plastikschilder. Unser Flug nach Great Corn Island via Bluefields an der Atlantikküste erfolgt mit einer größeren Maschine, die ca. 50 Passagieren Platz bietet. Alle anderen Maschinen sind erheblich kleiner.
Unser Flug hat ca. 1h Verspätung. Als wir auf Corn Island landen regnet es und unser Gepäck ist nicht dabei, wie das von ca. 10 weiteren Passagieren. Eigentlich wollten wir gleich mit dem Boot weiter nach Little Corn Island, bleiben jetzt aber hier um auf unsere Rucksäcke zu warten, die am nächsten Tag kommen sollen.
Die Insel macht einen trostlosen Eindruck, der vom schlechten Wetter noch unterstützt wird. Unsere Taschen sind tatsächlich am nächsten Morgen da, fühlen sich jedoch an, als hätten sie die ganze Nacht im Nieselregen gelegen. Das Boot nach Little Corn Island ist ein länger Glasfaserrumpf mit ca. 10 Reihen für je 4 Passagiere mit zwei kräftigen Außenbordern. Weil es immer noch regnet wird eine Plastikplane über Passagiere gelegt, die von den Außensitzenden festgehalten werden muss. Los geht’s und schnell sind wir auf offener See und knallen regelmäßig im freien fall in ca. 4m hohe Wellentäler. Glücklicherweise war heute keine Zeit zu frühstücken. Die vor der Abfahrt verteilten Schwimmwesten werden nicht gebraucht.
Nach ca. 40 Minuten haben wir die kleiner Insel erreicht. Hier wohnen auf 3×0.5km ca. 500 Leute. Straßen und somit Autos gibt es nicht. Braucht man bei der Größe auch nicht.
Wir finden ein nettes Hotel und lernen ein rüstiges Rentnerpaar aus Kanada kennen, die sich freien, dass sie nach einer Woche endlich ein bisschen Gesellschaft bekommen. Wir werden gleich mit den Inselgepflogenheiten vertraut gemacht. Das Wetter ist fast immer regnerisch, um 17:00 geht man zur Happy Hour ins Tranquilo, gut frühstücken kann man bei Rosa’s, der Lobster ist lecker, sie lesen viel und spazieren ab und an über die Insel.
Genau diesem Muster werden wir in den nächsten 2,5 Tagen folgen. Frühstück bei Rosa – Spaziergang um die Insel – auf der Terrasse lesen – Mittagsschlaf – Happy Hour – Lobster essen – und zum Ausklang des Tages: auf der Terasse sitzen und Rum trinken. Der Reiseführer bezeichnet das als karibische Gelassenheit.
Bilder von den Corn Islands




Schon der Weg vom Busbahnhof durch die Stadt auf der Suche nach einer Unterkunft führt vorbei am wimmelnden Markt und dem zentralen Platz mit seinen beeindruckenden Kolonialbauten und der Kathedrale. Unser Hostel macht trotz jeder Menge Zimmer um einen Patio und entlang eines Balkons im ersten Stock einen gemütlichen Eindruck. 
Wir schlendern erst einmal durch die Stadt, verweilen an ein paar Kirchen, trinken ein paar Mojitos und essen an einem Straßenstand gegrillten Käse. Abends sitzen wir an der Straße vor unserem Hostel, trinken Rum, erzählen und beobachten die Leute.
Granada liegt direkt am Nicaraguasee. Dessen schiffbarer Abfluss zum Atlantik erklärt die frühe Gründung der Stadt im Jahre 1529. Der Stadt vorgelagert ist eine Halbinsel und angeblich 365 kleine Ingelheim, die beim Einsturz der Caldera des Vulkans Mombacho entstanden. Am zweiten Tag machen wir eine Bootstoor durch diese Insellandschaft. Die groeßeren sind Privateigentum reicher Nikaraguaner und ein paar Gringos’, die mittleren werden von einheimischen Fischern bewohnt und die kleinsten von Vögeln und Affen. Wegen letztgenannter Spezies lohnt sich der Ausflug.
Am nächsten Morgen eine weitere Tour. Diesmal auf den Vulkan Mombocho. Es geht durch vier Vegetationszonen vom trockenen Fuß des Vulkans durch schattige Kaffeepflanzungen bis zu einem geschützten Nebelwald oberhalb 800m. Aufdem Weg nach oben halten wir an der Kaffeeplantage zur kostenlosen Verkostung. Obwohl ich kein großer Kaffeetrinker bin begeistert mich der Geschmack. Oben gibt es ein kleines Besucherzentrum und eine Wanderung durch den Nebelwald entlang des Kraterrandes vorbei an bemoosten Bäumen, Orchideen und dampfenden Erdlöchern. Auf dem Rückweg steigen wir schon am Stadtrand aus dem Tourbus aus und erkunden den riesigen alten Friedhof mit großartigen Grabmalen wichtiger Leute (u.a. Sechs ehemalige Präsidenten)
Am Abend sitzen wir wieder mit einer Flasche Rum am Straßenrand auf der Stufe zu unserer Herberge. Das scheint den Einheimischen zu gefallen. Viele lächeln im vorbeigehen. Einer zeigt einen Daumen nach oben. Ein junger Cashew-Verkäufer schnorrt ein bisschen Cola von uns in eine Plastiktüte und lässt nach einem kurzen Gespräch endlich den Preis nach. Gegen Ende des abends meint ein ältere Herr im vorbeigehen: “You’re drinking like Nicaraguan people. It’s great.” Was für ein schönes Kompliment.
Den dritten Tag verbringen wir damit durch die Stadt zu schlendern, die satten Farben der kolonialen Häuser zu bestaunen, von einem Kirchturm den Blick über die Dächer auf den Vulkan im Hintergrund schweifen zu lassen und uns im Gewimmel der engen Gassen des Marktes zu verlieren. Es duftet nach Frischem und Getrocknetem, nach Neuem und Gebrauchtem. Dazwischen gibts ein Bier oder einen Mojito, einen frisch gepressten Saft oder eine aufgeschlagene Kokosnuss.
So sieht’s in Granada aus

Nächste Station ist das Pazifikstädtchen San Juan del Sur. Von Ometepe aus nehmen wir zunächst den lokalen Bus, der uns innerhalb von zwei Stunden zum Hafen bringt. Von dort geht’s diesmal mit einem kleineren Boot, dass mehr Vertrauen in seine Seetüchtigkeit erfordert über den See. Das ist genug öffentlicher Nahverkehr für einen Tag und wir nehmen das Angebot eines an der Anlegestelle wartenden Taxifahrers an und geben ihm 20$ für die Fahrt nach San Juan. Im Reiseführer lesen wir anschließend die üblichen Preise für eine solche Taxifahrt von ca. 50 km und können verstehen warum unser Chauffeur der erste Nicaraguaner mit einem iPhone war, den wir gesehen haben.
Am Ortseingang steht eine offizielle Person mit Warnweste und der Taxifahrer erklärt uns, dass jeder Fremde eigentlich 10 C$ (= 0,35 €) Eintritt oder Wegezoll oder Kurtaxe oder was auch immer für eine Gebühr Zahlen muss, es aber ohne Quittung nur 10 C$ für alle zusammen kostet. (von denen er sich aHuf der Rückfahrt wahrscheinlich 5 C$ zurückholt)
Das erste Hostel ist ausgebucht und das zweite, das wir ansteuern hat noch ein Zimmer für drei frei. Zu schnell checken wir ein und Zahlen schonmal für drei Nächte. Bei Ruhe betrachtet ist unser Zimmer viel zu klein, zu schlecht belüftet und die Dusche müffelt, liegt aber an einem schönen Balkon, von dem man die Straße überblicken kann. Die auf der Terrasse abhängenden Mitbewohner hören Laute Musik und sind zum Teil zugedröhnt. Das alles schlägt sich auf unsere Laune. Ein Rundgang durch den Ort trägt nicht zur Verbesserung bei. Der Strand – leer, mit jeder Menge ebenfalls leerer Restaurants und Bars. 
Am nächsten morgen suchen wir uns ein anderes Hostel und bekommen nach einiger Diskussion 50% unseres bereits bezahlten Geldes zurück. Das neue Zimmer liegt in einem ruhigen, begrünten Innenhof in einem Privathaus, wird von einer sehr freundlichen Familie geführt. Es ist sehr geräumig, luftig und sauber. Unsere Laune bessert sich und wir fahren zum Strand mit Palmen, Hängematten, einer Bar, schönen Wellen und hellem Sand. Bis zum herrlichen Sonnenuntergang genießen wir das Nichtstun. Am nächsten Tag das selbe nochmal an einem anderen Strand, der nicht ganz so schön ist. 
Ein paar Strandbilder

Die Insel Ometepe liegt im Nicaraguasee, der ca. 13x so groß ist wie der Bodensee. Sie besteht aus zwei Vulkanen. Unsere im vorigen Artikel bereits erwähnte Unterkunft, die Hacienda Merida liegt direkt am See. Wir haben ein nettes Dreibettzimmer mit eigenem Bad und Hängematte vor der Tür, von der aus man den traumhaften Sonnenuntergang hinter dem See beobachten kann. Und anschließend hunderte Glühwürmchen. Die Übernachtungspreise bewegen sich im üblichen Rahmen, aber die Hacienda bietet außerdem Frühstücks- und Abendbuffet sowie Getränke. Alles wird angeschrieben und bezahlt wird am Ende. Das reinste Backpackerressort.
Die Insel hat hauptsächlich Natur zu bieten. Besteigung der Vulkane, Wanderung zu einem Wasserfall, Paddeltouren wahlweise zu mit Affen bewohnten Inseln oder in einen von Vögeln und Kaimanen bevölkerten Sumpf. Am Ende der Trockenzeit gibt es ringsum Strände aus schwarzem Vulkansand, die jedoch jetzt am Ende der Regenzeit sämtlicher überschwemmt sind, da der See randvoll ist. Desweiteren gibt es ein paar präkolumbische Götzenbilder und Petroglyphen zu sehen. Das Hostel bietet außerdem Fahrräder zum ausleihen an, worauf wir nach anschauen der Räder und “Straßen” aber dankend verzichten.
Am ersten Tag nehmen wir den lokalen “Bus” – immer wenn man denkt es geht nicht schlimmer wird man vom Gegenteil überzeugt – in das nächste Dorf, wo wir die lokale Kirche mit den besagten Götzenskulpturen besichtigen. und uns mit Wasser, Brot und dem leckeren Flor de Caña Rum eindecken um nicht völlig auf unser Ressort angewiesen zu sein. Da in den nächsten Stunde nicht mit einem Bus in der Gegenrichtung zu rechnen ist gehen wir zu Fuß.
Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung zu einem ca. 50m hohen Wasserfall am Fuße des einen Vulkans, auf der wir ca. 500 Höhenmeter überwinden.
Heute (8.12.) legen wir einen Ruhetag ein und entspannen in den Hängematten.
Hier gibts wie immer ein paar Bilder

Das nächste Ziel ist die Insel Ometepe. Gegen 10:00 Uhr brechen wir auf. Laufen zunächst ein paar Blocks bis zur Panamericana, weil vor dem Hostel kein Taxi vorbeikommt. Mit dem Taxi geht’s zum Busbahnhof, wo schon der Expressbus nach Managua bereitsteht, auch wenn er erst abfährt, wenn er voll ist. Zu unserem Glück ist er noch nicht voll und wir bekommen ungefragt Platzkarten in der letzten Reihe, weil dort die Beinfreiheit am größten ist. Auf dem Busbahnhof in Managua, den wir drei Stunden später erreichen werden wir sofort von einem Taxifahrer abgeschleppt, der uns zu einem weiteren Busbahnhof am anderen Ende der Stadt bringt. Diese Fahrt dauert ca. 30 min. Dort nimmt uns gleich wieder ein Gepäckträger in Empfang und geleitet uns zum Bus nach Rivas, der gerade noch drei Plätze frei hat. Zum Glück handelt es sich dabei um Gangplätze. Dieser ausgemusterte US-Schulbus muss für eine Grundschule bestimmt gewesen sein. Die Beinfreiheit ist für erwachsene Europäer weniger als unzureichend. Nach unseren bisherigen Erfahrungen hatten wir geplant, in Rivas zu uebernachten und am nächsten Tag mit der Fähre überzusetzen. Da die Verbindungen aber bisher so gut funktioniert haben ist noch Zeit, die heutige Fähre zu erreichen, was uns einen weiteren Reisetagebuch sparen würde. 
Auf dem Busbahnhof in Rivas werden wir gleich wieder von einem Taxifahrer in Beschlag genommen und nach kurzer Diskussion über den Preis geht die Fahrt los ins 5km entfernte San Jorge. Den Einwand, dass ich vor der Abfahrt dringend ein Baño bräuchte, wird unter Hinweis auf die hygienischen Zustände wegdiskutiert. Nach kurzer Fahrt legen wir aber einen kurzen Zwischenstopp an einer Tankstelle ein. Die Toilette dort ist auch nicht herausragend. Am Fährhafen in San Jorge wartet erneut ein Schlepper, der für ein kleines Trinkgeld unsere Überfahrt zur Insel Ometepe organisiert. Wieder ist unser Timing perfekt. Die zwei mal täglich verkehrende Fähre steht abfahrbereit am Hafen und legt fünf Minuten später ab. Es handelt sich um ein ausgemustertes holländisches Modell. Die Beschriftungen wurden beibehalten. Wahrscheinlich interessiert es eh keinen Einheimischen, wo sich die Rettungswesten befinden und den Weg zum “Zonendek” findet man auch ohne Schild. Auf dem Boot spricht uns ein einheimischer in ausgezeichnetem Englisch an und fragt, wo wir auf der Insel unterkommen und gibt uns einen Flyer. Wir haben noch keinen Plan, und die Hacienda Merida klingt überzeugend. Er fängt an zu telefonieren und reserviert unsere Räume. Es stellt sich heraus, dass die Hacienda seinem Bruder gehört, der ihn mit seinem Motorboot von der Fähre abholt. Wir können gleich mitfahren, was uns eine 2,5 stündige Fahrt in einem Pick-up über unbefestigte Straßen mit riesigen Löchern für 25$ erspart.
Am Ende waren wir ca. 9h unterwegs und haben 8 verschiedene erkehrsmittel genutzt. Ein Reisetag quer durchs Land mit perfekten Anschlüssen.

P.S.: Zu den Bussen habe ich ja schon einige Worte verloren. Es sind zu 90% ausgemusterte, heruntergekommene US-Schulbusse. Auch die Busbahnhöfe entsprechen natürlich nicht europäischen Standards. Manche sind befestigt andere nicht. Bei letzteren bin ich froh, dass die Regenzeit vorbei ist. Auf allen Busbahnhöfen gibt es jede Menge fliegender Händler, die verschiedene selbstgemachte Speisen wie Kuchen, Tortillas, Reisgerichte, portioniertes Obst, Getränke usw. anbieten.
Die als Taxis verkehrenden Wagen hätten sämtlicher in Deutschland schon seit Jahren keine TÜV-Plakette mehr erhalten. Einige haben keine Seitenscheiben mehr, bei anderen lassen sich die Türen durch einen kräftigen Tritt von innen oder ausschließlich von außen öffnen. Profil auf den Reifen ist allen fremd. Aber sie fahren, die Hupen funktionieren immer und sie bewältigen Straßen, von denen der gemeiner Europäer nicht ahnt, dass zwei Orte damit verbunden werden können, geschweige denn würde er seine nagelneue Karosse in ihre Nähe lassen.
ÖPNV in Nicaragua

Der erste Eindruck von Estelí aus dem Taxi vom Busbahnhof zum Hostel ist trist. Die Stadt erstreckt sich ein paar Kilometer entlang der Panamerikana, die hier eine staubige Asphaltpiste ist.
Das Hostel ist zentral gelegen und wird von einer Engländerin geführt. (Engländer sagen im Gegensatz zu Amerikanern “gorgeous” statt “awesome”) zum Hostel gehört eine nette Kneipe. Wir informieren uns bei Juanita, was wir denn unternehmen könnten. Den Rest des ersten Nachmittages sollen wir zum Anfang der Stadt laufen. Dort gibt es ein nettes Café mit sehr gutem Brot und Käse zu Preisen, die sich auch die einheimischen leisten können. Wir folgen diesem Tipp. Das Brot ist unerwarteterweise ausgezeichnet. Dunkel, fest, saftig, mit Körnern. Und der Käse ist auch sehr gut. Eine willkommene Abwechslung. 
Auch der Empfehlung für den nächsten Tag folgen wir. 6:30 Uhr aufstehen, mit einem Taxi zum Busbahnhof und den lokalen Bus in ein Dorf nehmen, wo man u.a. wandern kann. Eine Stunde vorher aufstehen ist zwar hart, aber was soll’s. Dies ist der einzige Bus in diese Richtung am Vormittag. Die Busse werden auch immer abenteuerlicher. An die ausgemusterten Ami-Schulbusse haben wir uns ja schon gewöhnt, aber dieser ist ein besonders altes Exemplar. Der Bus füllt sich langsam, die Straße ist ein schlechter Feldweg. Der Bus leert sich langsam wieder und nach 1,5h Fahrzeit sind wir an unserem Ziel angelangt. Vom Stopp ist es noch ein kurzer Fußweg ins Dorf. Dort gibt es eine Genossenschaft, die jedem Mitglied das selbe Grundeinkommen zahlt und weitere soziale Projekte den Mitgliedern zur Verfügung stellt. Zuerst gehen wir in den Laden, wo die lokalen Erzeugnisse vermarktet werden. Neben kunsthandwerklichem Tinnef selbst produzierter Kaffee, Kräutertee und Käse. Wir erfahren, dass heute am Sonntag kein Führer für Wanderungen verfügbar ist. Bis zum Aussichtspunkt können wir aber ohne Führer gehen. Grandiose Blicke auf die nicaraguanische Vulkankette eröffnen sich. Im Hintergrund ist der Pazifik zu erahnen. 
Zurück im Laden kaufen wir Kaffee und Tee. Leider sind die angebotenen Käse ziemlich groß. Als wir nach einem kleineren Fragen, schließt die Verkäuferin ihren Laden ab und geleitet uns zum Käsemacher der Kommune, der gerade seine Käse mit Salzlake bürstet. Es riecht wunderbar in diesem Keller. Natürlich kaufen wir einen Käse.
Da es wegen der ausgefallenen Wanderung noch einige Stunden dauert, bis der Bus zurück kommt beschließen wir die 12 km zu laufen. Viel Verkehr herrscht auf dem weg nicht. Am Wegesrand sehen wir einen einheimischen Früchte von einem Baum essen. Wir fragen, welche Früchte das sind und bekommen eine Kostprobe. Wir gehen weiter und als der selbe Typ fünf Minuten später mit seinem alten Pick-up an uns vorbei fährt halten wir ihn an und springen auf seine Ladefläche. Bzw. Was der Rost von ihr übrig gelassen hat und ruckeln über die Buckelpiste zurück. In der Stadt gehen wir nochmal in das Café von gestern, kaufen zwei der leckeren Brote und genießen damit im Hostel unseren würzigen Käse.
Bilder aus den Bergen gibt es hier

León, die alte Hauptstadt Nicaraguas empfängt uns mit geschäftigem Treiben. Der Busbahnhof befindet sich inmitten eines Marktes. Der Reiseführer schrieb Leon ist das, was Managua sein sollte. Eine treffende Beschreibung. Die koloniale Altstadt ist auf den ersten Blick sympathisch. Das Licht ist grell und lässt keine Schattierungen zu. Überall wuseln Leute. Es gibt viele alte Kirchen, und eine Kathedrale, die UNESCO Welterbestatus besitzt.
Auch unser Hostel ist in einem dieser typischen alten Gebäude untergebracht in denen sich alle Zimmer um einen dicht bewachsenen Innenhof gruppieren, der Ruhe und Kühle spendet. 
Der Tag ist noch relativ jung und wir verschaffen uns auf einem ausgedehnten Spaziergang einen Überblick über die Stadt. Schauen uns ein paar Kirchen von innen an und steigen auf das Dach der Kathedrale, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die im Hintergrund aufgereihten Vulkane genießen kann. 
Am ersten Tag machen wir einen Ausflug an den Strand. Da wir nicht genau wissen, wo wir aus dem Bus steigen müssen tun wir das, als wir das Meer sehen und landen an einem mehrere Kilometer langen und mehrere hundert Meter breiten Traumstrand. Bis auf ein paar einheimische Jugendliche, die wir später am anderen Ende des Strandes treffen sind wir die einzigen Menschen hier. Herrlich! Das Wasser ist noch wärmer als auf Hawaii und Phuket. Tolle Wellen, flaches Wasser, kaum Strömung. Als wir genug Sonne getankt haben suchen wir uns eine Strandbar und warten bei einem Bier auf den Bus zurück.
Den kleinsten und gleichzeitig jüngsten dieser Vulkane besteigen wir am nächsten Tag. Der Cerro Negro ist zwar nur 730 m hoch und keine besondere Herausforderung, aber die Anfahrt auf der mit zwei Sitzbänken bestückten Ladefläche eine Mini-LKWs witzig und der Aufstieg interessant. Oben gibt es einen grandiosen Rundumblick über das Land. Der Abstieg einen schwarzen Sandhügel hinab macht viel Spaß. (Die Fun-Generation sandboarded den Berg hinab!)
Zurück in León spaziere ich nochmal in Ruhe durch die Stadt und Besuche zwei Museen, darunter eine überraschend gute Ausstellung zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst.
Am dritten Tag nutzen wir die öffentlichen Verkehrsmittel, um nach León Viejo, das alte Leon zu fahren. Ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe und die ältesten nach-kolumbianischen Ruinen, die in Amerika erhalten sind. Die öffentlichen Verkehrsmittel bestehen hier hauptsächlich aus ausgemusterten US-amerikanischen Schulbussen. Je unwichtiger/ländlicher die Strecke, die der Bus bedient, desto länger liegt das Ausmusterungsdatum zurück. Und wer schon einmal gesehen hat, wie lange die Busse im Ursprungsland genutzt werden kann sich ausmalen in welchem Zustand sie sich teilweise befinden. León Viejo ist nicht ganz so beeindruckend wie zum Beispiel Machu Picchu, aber seine Lage am Managuasee mit direktem Blick auf den idealen Kegel des Vulkans Momotombo, dessen Abbild sich auf vielen nationalen Symbolen Nicaraguas finden, entschädigen für die nicht ganz einfache Anreise. Als wir ankommen machen die Mitarbeiter der Ausgrabungsstelle gerade Siesta, und wir vertreiben uns die Zeit, bis sie wieder öffnen bei einem Bier.
Natürlich gibt es auch aus León ein paar Bilder

Gestern Abend sind wir nach 20-stündiger Reise von Dresden via Frankfurt und Houston sicher in Managua gelandet (in Houston weniger sicher; zuerst schlug ein Blitz ins Flugzeug ein, und dann war die Landung ziemlich wacklig; ich hatte schon die Tüte in der Hand).
Das Taxi musste natuerlich erst ein bisschen ‘runtergehandelt werden und unser Hostel liegt in einer wohlhabenden, und damit sicheren, Gegend und hat einen schönen Hof zu sitzen und quatschen und einen Pool.
Nach dem Frühstück und kurzem planen der nächsten Tage sind wir mit einem Taxi in die Altstadt bzw. was davon nach dem Erdbeben von 1972 noch übrig ist. Das ist nicht viel. Die Ruine der Kathedrale. Der ehemalige Regierungspalast und der jetzt das Nationalmuseum beherbergt. Beide am Plaza de la Revolucion gelegen – wie praktisch. Der Platz ist noch dazu nur zwei Blocks vom See gelegen, womit man einen weiteren Punkt der an Sehenswürdigkeiten armen Stadt “abgehakt” hat. Die Ursache hierfür ist besagtes Erdbeben, dass alle historischen Bauten zerstörte. Vor dem Aussteigen erklärt uns der freundliche Taxifahrer noch, welche Gebäude wir an dem Platz sehen und dass wir nicht hinter die Kathedrale gehen sollen, da es dort anfängt gefährlich zu werden. Auch sollen wir aus dem selben Grund keinesfalls zurück laufen. Diese Empfehlung schlagen wir in den Wind, da es 1. nicht so weit war; 2. taghell ist; 3. wir zu dritt unterwegs sind und 4. die breiten Hauptstraßen beim besten Willen keinen Unsicheren Eindruck machen.
Auf halbem Weg zurück zum Hostel liegen die Überreste eines Vulkans, dessen Krater mit einem See gefüllt und auf der höchsten Stelle seines Randes die Überreste des Palastes der Diktatorenfamilie Samosa stehen, und jetzt eine riesige Nationalflagge und eine kleine Ausstellung zum Leben des Revolutionärs Sandino beherbergen. Nach dem Besuch dieser Ausstellung wurde ich ich meiner Meinung bestätigt, dass alle großen Revolutionäre auch große Poser sind.
Auf dem weiteren Weg zum Hostel kommen wir noch an der neuen Kathedrale vorbei. Ein untypischer moderner Kirchenbau, der mich eher an eine Moschee erinnert. Innen sehr schlicht, was mir gefaellt.
Abends gibt es das erste nicaraguanische Essen. Einen Teller mit verschiedenen Fleischsorten, Bananen, Käse und Wurst, alles gebraten bzw. frittiert. Noch keine Bohnen mit Reis. Zum Nachtisch im Hostel leeren wir eine 0,375 l Flasche 7 Jahre alten, sehr leckeren Rum Flor de Caña.
Hier gibt es ein paar visuelle Eindrücke

Patrick Wolf in Leipzig. Super Konzert!

Nach einem Nachtflug erreiche ich am frühen morgen Dubai. Der erste Eindruck ist ein staubiger, die Taxifahrt zum Hotel günstiger als erwartet. Die Zimmer sind nicht nicht fertig also lasse ich mein Gepäck stehen und gehe auf Erkundungstour. Mit der U-Bahn geht’s zum Burj Khalifa, da mir kein besserer Startplatz einfällt. Das höchste Gebäude der Welt ist natürlich beeindruckend. Von der gleichnamigen Bahnstation sind es aber noch ca. 1km Fußweg bis zum Turm. Wahrscheinlich würde er gar nicht richtig wirken, wenn er gleich daneben stehen würde. Natürlich gibt es auch eine Aussichtsplattform. Der Zugang zum Turm für Besucher erfolgt über die nebenan liegende Dubai Mall mit ca. 1200 meist luxuriösen Geschäften, einem Wasserfall, einer Eislaufbahn und weiteren Dingen, die man bei Außentemperaturen um die 40 Grad mitten in der Wüste unbedingt braucht. Auf einen Eingang für Fußgänger wurde jedoch verzichtet. Ich gehe einfach den anderen Leuten hinterher und gelänge über die Tiefgarageneinfahrt ins Innere. Da ich meinen Besuch der Aussichtsplattform nicht vorgebucht habe müsste ich 100 US$ bezahlen. Darauf verzichte ich, nachdem ich lese, das man als Besucher eh nur bis zur zur Hälfte des Turmes kommt. 
Die Erfahrung, dass Dubai eine fußgängerunfreundliche, jede Stadtplanung vermissende Aneinanderreihung von Protzbauten ist bestätigt sich noch häufiger an diesem Tag. Als ich mir die Palmeninseln anschauen will scheitere ich irgendwann an einer Autobahn. Ich verzichte anschließend zum Burj al Arab zu gehen.
Von einer viel freundlicheren Seite zeigt sich die Altstadt, soweit eine Stadt die im frühen 20. Jahrhundert für ein paar Austernfischer entstanden ist eine Altstadt besitzen kann. Die Sukhs ziehen den Besucher mit ihren Labyrinthen an Gängen und Verkaufsständen in den Bann und verzaubern mit Düften, Geschmeiden und farbenfrohen Kleidern. So stellt man sich den Orient in Abenteuerromanen vor. 
Ich Besuche ein zum Nationalmuseum umgebautes altes Fort und das Alte Haus eines Perlenhändlers. 
Der Rückflug in das herbstliche Deutschland startet um 2:00 Uhr in der Nacht.
Hier gibt’s die Dubai-Galerie